Ubuntu 5.10
Am 13. Oktober 2005 wurde die mittlerweile dritte Version von Ubuntu vorgestellt, der ”Breezy Badger”, zu deutsch: Frechdachs. Das System wurde insgesamt immer ausgefeilter, die bereits schon überragende Qualität der Hardware-Erkennung wurde stetig weiterentwickelt und erreichte mit dieser Version einen vorläufigen Höhepunkt.
Der Fokus liegt bei Breezy auf der verbesserten Hardware-Erkennung bei Notebooks. So wurde bei der Entwicklung der aktuellen Version sehr viel Wert darauf gelegt, dass z. B. WLAN und die Stromsparfunktionen ”Out of the Box” funktionieren. Die Unterstützung für Notebooks ist seit jeher eine kleine Schwäche von Linux gewesen. Insofern erscheint der Name gut gewählt: Der Frechdachs hat keine Hemmungen, sich nun auch auf Notebooks breitzumachen. Zuerst sollte diese Version allerdings ”Grumpy Groundhog” heißen (wieder ein -hog). Man entschied aber, dass der Name ”Mürrisches Murmeltier” kein geeigneter Name für eine Distribution darstellte, die alles andere als mürrisch erscheinen soll.
Das Artwork
Erstmals wird bei Ubuntu ein Paket namens usplash integriert. Es sorgt für einen grafischen Fortschrittsbalken beim Booten des Systems. Dies wurde von vielen Anwendern gewünscht, und es entbrannte eine Diskussion über Sinn und Unsinn dieses Features, da die Gegner befürchteten, dass dadurch die wichtigen Statusmeldungen nicht mehr sichtbar sein könnten, die über das Starten der nötigen Prozesse und Module informieren. Ubuntu beschritt einen Zwischenweg, wie in der Abbildung zu sehen ist.
In Breezy ist die OpenOffice.org-Version 2.0 enthalten. Diese Version enthält die neue Komponente base, eine Datenbankanwendung ähnlich wie Microsoft Access. Diese Komponente befindet sich allerdings noch in der Entwicklung. Erwarten Sie bitte von ihr nicht den gleichen Funktionsumfang wie von Access. Zusätzlich ist ein neues, standardisiertes Open-Document-Dateiformat enthalten sowie ein verbesserter PDF-Export.
OEM
Auch wenn die meisten von uns wahrscheinlich keinen PC-Versand aufbauen wollen, ist es vielleicht doch interessant zu wissen, dass Canonical einen neuartigen OEM-Modus eingebaut hat, damit die Vorinstallation von Ubuntu-Systemen einfacher gelingt. Dieser Schritt ist insofern bemerkenswert, als dass man erkennen kann, dass Canonical zunehmend auch kommerzielle Wege beschreiten möchte. Dieser Weg wird aber immer parallel zur kostenlosen Bereitstellung von Ubuntu beschritten.
Installation
Die Installationsroutine wurde um eine zusätzliche Option erweitert, sodass Sie nun bestehende Partitionen, auf denen bereits Betriebssysteme existieren (z. B. Windows), automatisch verkleinern lassen können. Hierdurch schaffen Sie Platz, um Ubuntu zu installieren.
Kurz vor der Veröffentlichung von Dapper wurde der update-manager aktualisiert und erweitert. Damit unterstützt der Synaptic-Paketmanager auch das Upgrade von Ubuntu. Sie können nun also erstmals von einer alten Ubuntu-Version auf eine neue Version aktualisieren.
Eckdaten von Ubuntu 5.04
- Breezy Badger (Flotter Dachs), Erscheinungsdatum 13.10.2005
- Kernel 2.6.12 und GNOME 2.12
- Unterstützung bis April 2007