Ubuntu 6.06
Am 01. Juni 2006 erschien die erste Version von Ubuntu mit dem Kürzel LTS. Die Abkürzung steht für Long Term Support und zeichnet eine Version aus, die besonders langen Support genießt und für den Einsatz in Unternehmen prädestiniert ist.
Mark Shuttleworth, der Initiator, sprach über den deutlich gestiegenen Anspruch und bezeichnet Ubuntu 6.06 als
… äußerst stabil und zuverlässig und damit sehr geeignet für den Produktiveinsatz
Mehrmals präsentierte er diese Ubuntu-Version als Alternative zu Microsoft Windows Vista.
So ist die LTS-Version ein ”Eleganter Erpel”, weil er besondere Unterstützung genießt und sehr ausgereift ist. Diese Version bildet das stolze Ende einer zweijährigen Entwicklung, die mit Warty ihren Anfang nahm. Ubuntu 6.06 läutet einen neuen, zusätzlichen Release-Zyklus ein.
Zudem wurde in dieser Version das Artwork stark überarbeitet, um die besondere Stellung auch optisch zu verdeutlichen. Dapper erscheint nun viel heller und in neuen Orange- und Karamelltönen.
Der herausragendste Unterschied zu den Vorgängern bestand in der deutlich gesteigerten Geschwindigkeit. Hier profitierte Ubuntu vor allem von GNOME 2.14, das um einiges schneller ist als noch Version 2.12. Zusammen mit dem schnelleren Bootvorgang, der bei Breezy im Lastenheft der Entwickler stand, startet Dapper auf manchen Systemen in der Hälfte der Zeit, die noch Warty brauchte.
Warum eigentlich 6.06 und nicht 6.04?
Dapper Drake erschien mit einer Verspätung von sechs Wochen. Ursprünglich sollte diese Version im April 2006 erscheinen und hätte dementsprechend Ubuntu 6.04 heißen müssen. Durch die Verspätung änderte sich die Versionsnummer. Der Grund für die Verspätung liegt in einer erweiterten Testphase für diese Version. Die Entwickler benötigten deutlich mehr Zeit für das Aufspüren und Beheben von Softwarefehlern in der Distribution.
Und auch wenn die Verspätung für Verwirrung sorgte, war sie durchaus sinnvoll, da man für die LTS-Versionen sehr lange Updates garantiert und dies die erste Version war, mit der man auf den Firmeneinsatz spekulierte. Im Rahmen des Erscheinens von Dapper wurde die Infrastruktur von Ubuntu optimiert und bietet seither professionellen Support (gegen Bezahlung) an.
Server
Besonders hervorzuheben ist die Servervariante von Ubuntu, die gleichzeitig mit der Desktop-Version erschienen ist. Diese Version bringt zwei vorkonfigurierte Kernel mit: einen für kleinere Rechner und einen für Server mit mehr als acht CPUs. Die Serverversion verspricht das besonders einfache Aufsetzen eines zertifizierten LAMP-Servers. Die professionelle Ausrichtung ist unter anderem daran zu erkennen, dass IBM, Oracle und MySQL den Server bereits für ihre Datenbanken zertifiziert haben.
Das Artwork
Wie bereits erwähnt, hat Ubuntu bei Dapper die größten optischen Veränderungen seit Bestehen dieser Distribution vorgenommen. Der Erpel wirkt noch einmal deutlich frischer und lebendiger als sein Vorgänger, der Frechdachs.
Durch Effekte wie abgerundete Fensterleisten, Glas-Spiegelungen und horizontale Farbverläufe in Kontextboxen wirkt Dapper edler und optisch ausgereifter als alle vorherigen Ubuntus.
Die Bedienung wurde erneut erweitert, indem man die Menüstruktur stark überarbeitete. Alle Aufgaben, die Administratorrechte verlangen, sind jetzt in einem Menü unter System - Administration zusammengefasst.
Seit Breezy startet U
buntu mit usplash, einem grafischen Fortschrittsbalken. Mit Dapper hält nun auch die Umkehrung dieser Idee Einzug in die Distribution. Wenn Sie Ihren PC herunterfahren, erscheint ein Fortschrittsbalken, der sich rückwärts abbaut, um den Fortschritt des Herunterfahrens anzuzeigen.
In GNOME hielten der GNOME Power Manager und der Network Manager Einzug. Der GNOME Power Manager liefert in Notebooks detaillierte Informationen über den Ladezustand der Batterie und stellt Ihnen die ACPI-Funktionen Ihres Computers zur Verfügung.
Mithilfe des Network Managers können Sie problemlos die WLAN-Netze wechseln, falls Sie sich regelmäßig an verschiedenen Orten in unterschiedlichen Netzwerken anmelden müssen.
Als Zugeständnis an die Stabilität startete Ubuntu 6.06 mit dem etwas veralteten Kernel 2.6.15 sowie mit teilweise nicht mehr ganz aktuellen Software-Versionen. Bemerkenswert ist, dass die Unterschiede zu Debian, von dem sich Ubuntu durch eine deutlich größere Aktualität abheben will, immer mehr verschwinden, zumindest wenn man sich die LTS-Versionen ansieht.
Der etwas ältere Kernel wirkte sich auf jeden Fall nicht negativ auf die Hardware-Erkennung aus. Ubuntu bietet hier von Beginn an eine hervorragende Hardware-Erkennung — neben Knoppix wohl die beste aller Distributionen.
… in Arbeit…